Adolf Altmann

Adolf Altmann

Geboren am 8.9.1879 in Ungarn, ermordet im Mai 1944 im KZ Auschwitz.

Von 1907 bis 1914 wirkte Dr. Adolf Altmann als geistliches Oberhaupt der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg. 1911 gelang es ihm, bei den Behörden den Antrag der Salzburger Gemeinde, die bis dahin eine Zweigstelle der Kultusgemeinde Linz war, als eigene Kultusgemeinde zu genehmigen. Im Frühjahr 1914 nahm er die Berufung zum Rabbiner in Meran an. Während der Übersiedlung der Familie nach Meran überraschte sie am 28. Juni die Nachricht vom Mord am Thronfolger Franz Ferdinand.

Während des Ersten Weltkriegs war Dr. Adolf Altmann Feldrabbiner an der Südfront. Er hatte die Absicht, nach dem Krieg ein Buch über seine Erfahrungen und Begegnungen an der Front zu schreiben und betonte, daß es ihm daran gelegen sei, Aussagen von Kommandanten über jüdische Armeeangehörige zu sammeln und in das Buch aufzunehmen. Er wollte den Einsatz jüdischer Fronsoldaten und Offizieren angesichts der zunehmenden antijüdischen Haltung für die Nachwelt dokumentieren und erhalten.

Die jüdische Gemeinde Salzburg lud 1919 Dr. Adolf Altmann ein, nach Salzburg zurückzukehren. Er war in seiner alten Gemeinde wieder als Rabbiner tätig und im September 1920 folgte er einer Berufung zum Oberrabbiner der ältesten Jüdischen Gemeinde Deutschlands nach Trier. Dort blieb er trotz großer Schwierigkeiten bis 1938 und flüchtete noch im selben Jahr nach Holland.

Nach der Besetzung Hollands 1940 durch die Nazis mußte die Familie Altmann in verschiedenen Ghettos leben, bis sie von den Konzentrationslagern Westerbork und Theresienstadt im Mai 1944 nach Auschwitz depotiert und dort ermordet wurden.
Noch im Februar 1935 erhielt Dr. Adolf Altmann im Namen des Führers und Reichskanzlers das Ehrenkreuz für Frontkämpfer [Erster Weltkrieg] verliehen.